Die Zensur - Virgil Diaconu

Nachdem ich meinen Hunger stillen durfte,
der Heißhunger auf junges Fleisch, sagte zu mir:
- Ich werde zum Priester gehen und ihm alles beichten...
Gerade als ich begann langsam aufzustehen
zum Himmel im Hotelzimmer,
da sagte er mir: Ich gehe zum Priester!

Ab heute wird Gott zwischen uns sein – ich verstehe…
Er wird zwischen uns stehen und wird mir über
die Finger hauen, wenn ich meine Hand auf deine
Brüste oder zwischen deine Schenkel lege.
Er wird ein Auge auf mich haben, wenn ich durchdrehe
und über das Sonnenblumenfeld, dir nachjage.
Und die Sonnenblume wird sich aus den Armen befreien
und wird zu den Wegen des Herrn zurückkehren.

- Ich bin beim Priester gewesen, er sagte, dass ab heute
darf ich nicht mehr nackt durch dich hindurchlaufen.

So hat sich die Zensur in mir einquartiert!
Der Herr hat sich zwischen uns wie eine Mauer gestellt,
zwischen meinem Herzschlag und der Frau von Parma.
Wie eine Mauer gegen die Barbarenhorde.
Gerade als ich ein Palast aus deinen Berührungen baute.
Gerade als ich mir ein Nest in deine Schulter machte.

Du solltest dich lieber um deine eigenen
Angelegenheiten kümmern, Herr!

Und mir erlauben ihr Kirschen an ihren Ohren tun
und ein Nest in ihrer Schulter bauen.
Am liebsten heb die Zensur für einen Moment auf!

Added by: Ioana D

Translator: CHRISTIAN W. SCHENK
Language: German


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