Das Tischtuch - Mircea Ivănescu

Das Leben als Tischtuch – siehe, hier sitzen wir
und wenn wir die Augen erheben, können wir glauben,
dass wir durch den verblassten Nebel sehen,
der langsam davonkriechend
von außen, ihre Haare – und nachdem wir erblickt haben
lange Zeit die Zeit sie war versteinert
im vorderen Kreis, ihre Haare scheinen
ebenso hell, wie schön zu sein, -
an einem Arbeitstisch sitzen und wissen, dass man
manchmal nachschlagen kann, und man es sehen wird
Leuchten, nimmt das Antlitz des Wesens an, das blinzelt
Kaum, wird es vor dir stehen. Aber das Tischtuch
vor dem du so selten sitzt, egal, dein Blick erhebst,
sie ist der Plan, das Leben – (der Plan, also der Tisch der
Karten, wo sie dein Weg markiert ist). Und dein Weg
zu jenem Feuer mit langem Rauch,
vor dem du Angst hattest
windet sich zur eigenen Erfüllung – und zwar auf die Tischdecke,
Augenringe, Salzspuren, verblasstes Licht
und dieses gewaltige Rascheln der Stille, das sich über
dich legt, auf den Augen, über den Ohren.

Added by: Ioana D

Translator: CHRISTIAN W. SCHENK
Language: German


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