WECHSEL DES STERNBILDES - Lucian Blaga

So sagte ich mir gestern, immer:
die Erinnerung ist nur - eine Stunde
die verging -
jeglicher morgige Traum.
Kein Licht neben dir, kein Stern,
kein Gott bleibt noch übrig.

Vergiss Arkadien! Die Uhr will nicht
die ungeraden Stunden,
die unerfüllten schlagen, um sie zu vergessen.
In deinem Dunst die Ähre hat keinen Halt,
an deinem Hof die Krüge werden nicht voll,
bis zu dir dringt kein Wort
aus der Heimat
wo die Sonne Herrscht.
Das Märchen ist immer bei den Anderen,
das Wunder woanders und der Stern im Meer.
Um dich herum - nein!
Im Reich der Finsternis – tauch ein
und versammle dich auf der Türschwelle.
Unter dem niedrigen Horizont
und ohne Episoden, mit Trauer auf den
Schultern die Jahre vergehen.

So sagte ich mir gestern, immer,
im Staub auf eine Blume tretend,
oder über dem überraschten Schatten
irgendeines Gottes,
der mich auf dem Weg aufhält,
doch bleibt er nicht.
Schon gestern, nur gestern, erst gestern
verteidigte ich mich ängstlich
vor dem neuen aufsteigenden Sternzeichen.

Und heute noch, plötzlich, unerwartet,
diese Morgendämmerung.
Was für eine unermessliche Melodie!
Wie einem geheilten Blinden
hat sich für mich die Welt im Licht erweitert.
Die Kräfte bewegen sich im Zenit.
Ich öffne die Tore: du nicht begangene Zeit,
Herzlich willkommen,
Herzlich willkommen!

Added by: Ioana D

Translator: Christian W. Schenk
Language: German


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