EINE REIHE NÄCHTE MIT OFFENEN AUGEN - Gellu Dorian

Es ist nicht angenehm, in einem Bett zu liegen,
in dem man nicht schlafen möchte,
besser wirfst du es aus dem
Fenster und siehst wie
es im Fall,
die Luft,
husch-husch
setzt sich auch hinein und nickt ein
so lange wie du in ein ganzes Leben geschlafen hast,

verlorene Zeit, sagen manche,
andere, Schlaflos,
wärst längst tot gewesen, sagen,
aber du döst seitdem du bist,
und die Nächte scheinen dir
wie ein Karzer, in der du täglich
hineingeworfen bist
und zerknittert herausgezogen,
Krieger einer toten Streitmacht,
allzeit bereit zu kämpfen,

seid einiger Zeit nichts mehr ist angenehm,
atmest aus Verpflichtung,
speist zur Strafe,
trinkst, ja, zum Vergnügen,
der einzige Zustand, in dem du dich wohlfühlst,
nur dann,
denn am nächsten Tag schleppst ein Gerüst mit dir
auf der du das Fleisch zum
Räuchern getan hast,
pfeifst nicht mehr,
weil du nichts mehr zu Büßen hast,
alle Wege sind traurig,
weil du weißt, dass alle Straßen enden
mit dem letzten Schritt
des Chinesen vor der Hinrichtung,
wie gut wäre dich in einem Bett hin zu legen
und als Kleinkind aufwachen
der von all dem keine Ahnung hat,

aber gehen soll Alles wohin es gehen will,
was für einen Sinn hat es meinen
Kopf über mich selbst zu zerbrächen,
wenn, ich die Luft als bequeme Hülle betrachte,
kann man den Schlaf überspringen,
der einen sowieso ausruhen
wird ohne aufzuwachen
zu müssen und erneut anfangen
Morgenstunde für Morgenstunde,
abends sollst auf das Bett wo du bist mit
Sehnsucht schauen,
du kannst dich nicht hineinwegwerfen,
dich selbst vergessen,
über dich fallen die Millionen deiner Antlitze
auf der Stelle wo
nach vorne zu gehen unmöglich scheint,
zurück,
eine Reihe von Nächten mit offenen Augen.

Added by: Ioana D

Translator: CHRISTIAN W. SCHENK
Language: German


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