Sommernachmittag - Demostene Botez

Die Sonne geht durch mich wie durch ein Fenster.
Was bin ich noch? Was hab noch?
Was bleibt mir noch?
Mein Herz schlägt mechanisch wie eine Uhr.

Wie viele Zeitmaße sind schon vergangen
Seitdem ich gedankenlos in der Sonne sitze?
Bin ich wohl der von Anfang,
Dass übrigblieb da, zögernd?

Oder dieses Licht der Sonne,
Funkelnd in den Augen, wie die Quelle,
Es steuert mich an dunkle Orte,
Entfaltend, in weißen Zeiten, Jahrhunderte.

Durch die feurige Stille des Nachmittags,
Mit kaum offne Augen, wie die Tauben,
Ich sehe, wie die Zeit für lange Zeit stillsteht
Und wie ein fernes Brüllen lausche ich ihr.

Das Leben schlummert keimend
Und ich fühle es überall, umfassend,
In einer andauernden Müdigkeit
Und in der Absenz der letzten Fiktion.

Und ich bleibe von alles vergessen
Und von mir selbst, auch vergessen,
Selten blinzeln, den Kopf senken,
Wie jedermann anderes Leben.

Added by: Ioana D

Translator: CHRISTIAN W. SCHENK
Language: German


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