Verblasste Ikonen - Alexandru Vlahuţă

Ich schaue aus dem Fenster in Gedanken
Wie die Sonne untergeht so farbig,
Und über sie die Ränder vieler Wolken
Mit Gold und mit Rubin wirkt sie kantig.

Das Blau des Himmels dort ist begraben;
Erneut bizarre Formen sich entfalten...
Wie würde ich mich in einen Vers mich laben!
Aber sie schmelzen... sind nicht mehr zu halten.

In einem silbernen Gewand gehüllt,
Steht aufrecht, hält eine Fahne in der Hand.
Es ist ein Bär, doch sieh‘, hat sich verändert...
Es ist ein Priester, sein Haar steht im Brand.

Für einen Moment hat er erhobenen Arme,
Doch gierige Flammen verschlingen ihn,
Eine Staubwolke steigt um ihn umarme,
Ruhig wechselt der Schatten, die Nacht ihm schien.

In diesem heiligen Frieden der Dämmerung
Wie traurig leuchten die Fackeln am Himmel!
Und mein Leben fließt mit Sicherung
Anhaltend kalter, armer wie der Glocke Bimmel.

Added by: Ioana D

Translator: Christian W. Schenk
Language: German


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