FLANELL - Mihai Ursachi

erinnerst dich natürlich an den lila Flanell,
jener erhabene Flanell, den ich trug
an unserem schönsten Abend;
worüber du gesagt hast, dass es mir wie
eine Emaille-Rüstung stehe, weißt du, am Abend
als wir beladen mit Nelken
und Jasmin nach Jerusalem
aufbrechen… Als Frau Zambilovici
er gab uns zwei Kaviarbrötchen (für unterwegs)
der Flanell, den ich damals wie eine zerlumpte
in Kriegen wehende Fahne mitbrachte
und die ich damals hektisch auf meinem
trockenen Wirtskörper trug,
bis es von den Poren aufgesaugt
und assimiliert wurde
von allen Zellen meines Körpers,
und vom Skelett,
und aus seinem glitzernden Gewebe
wurde Stoff.
Warum versuchst du zu leugnen,
Warum tust du so,
als wüsstest du nicht wissen welches Flanell,
Welcher Abend, welches Jerusalem
und so weiter?
Warum must du es tasten, anschauen,
sie auszuziehen, gerade jetzt,
wenn sie nicht mehr möglich ist.
Warum behauptest du, es gäbe kein Flanell,
dass du mich nicht siehst, dass du mich spürst,
dass du mich nicht erkennst?

Added by: Christian1951

Translator: Christian W. Schenk
Language: German


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